An die Koalition der Ordensgemeinschaften für den Schuldenerlass
Von: SEDOS Arbeitsgruppe Schulden
In re: Schuldenerlass  

Die kürzliche Entscheidung der G7 Finanzminister, die Schulden für 18 der ärmsten Ländern zu streichen, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg die Armut auszurotten. Für uns ist es ein Grund zum Feiern. In den vergangenen 8 Jahren haben wir Briefe geschrieben, Unterschriften gesammelt, an Protestmärschen teilgenommen und andere gewaltlose Aktivitäten durchgeführt, um dieses Ziel zu erreichen.
Es ist ein guter Augenblick zum Feiern, aber auch, um uns erneut für die Kampagne des Schuldenerlasses einzusetzen. In einer Presserklärung des päpstliches Rates für Gerechtigkeit und Frieden heisst es, Schuldenerlass müsse der „erste, vieler Schritte“ sein, den wir tun, um die Zukunft der Armen der Welt aufzuheitern.
Wir laden Sie am 1. Juli zu einem Tag des Gebetes und Fastens ein, als eine weltweite Solidaritätsbekundung aller Völker, die sich am Weltweiten Aufruf zur Aktion gegen Armut beteiligen.   AN:                 Ordensgemeinschaften


VON:              JPIC Kommission der Internationalen Vereinigung
                        Der Generaloberinnen  (UISG, USG)
                       JPIC-Promotoren in Rom
                         und Caritas International  

BETREFF:       Einladung zur Beteiligung am
                        Weltweiten Aufruf zur Aktion gegen Armut    

                                                                                                                     30. Mai 2005


Liebe Freunde!
 

Wir möchten Sie und Ihre Ordensgemeinschaft einladen, sich am Weltweiten Aufruf zur Aktion gegen Armut zu beteiligen. In diesem Jahr 2005 gibt es drei wichtige Ereignisse, welche die Möglichkeit in sich tragen, Armut Vergangenheit werden zu lassen:

  • Vom 6. - 8. Juli findet der G-8 Gipfel in Edinburgh, Schottland, statt, wo sich die Staatsoberhäupter der wohlhabendsten Länder der Welt treffen, um über die Herausforderungen der Weltwirtschaft zu sprechen.
  • Vom 14. - 16. September werden in einer hochrangigen Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen Staats- und Regierungschefs überprüfen, welcher Fortschritt gemacht wurde bei der Verwirklichung der in der Millenniumserklärung aufgestellten Ziele.
  • Die Sechste Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation trifft sich in Hongkong vom 13. -18. Dezember, um über internationale Handelsabkommen und –standards zu diskutieren.
In konzertierten Bemühungen wollen Menschen auf der ganzen Welt sicherstellen, dass die Regierungschefs auf unsere gemeinsame Stimme hören, die eine Beendigung der Armut verlangt. Wir glauben, dass dies möglich ist:
  • durch gerechten Handel,
  • durch Schuldenerlass,
  • durch mehr und bessere Entwicklungshilfen und
  • durch nationale Bemühungen, Armut abzuschaffen und die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen, die nachhaltig sind und demokratisch, transparent und bürgerverantwortlich umgesetzt werden.
Es ist für uns von großer Bedeutung, dass diese Ereignisse im Jahr der Eucharistie stattfinden. In seinem Apostolischen Schreiben Mane Nobiscum Domine sagte Papst Johannes Paul II.:

„Warum sollte in diesem Jahr der Eucharistie nicht ein Zeitraum geschaffen werden, in dem die Diözesen und Pfarrgemeinden sich in besonderer Weise dafür einsetzen, dass jeder der vielen Armutserscheinungen in unserer Welt mit brüderlicher Anstrengung begegnet wird? Ich denke an das Drama des Hungers, der hundertmillionen Menschen quält, ich denke an die Krankheiten, welche die Entwicklungsländer geißeln, ich denke an die Einsamkeit vieler älterer Mitmenschen, an die Beschwernisse der Arbeitslosen und an die Widrigkeiten, mit denen die Immigranten konfrontiert werden. Diese Übel kennzeichnen – wenn auch in unterschiedlichem Maße – selbst die reichen Länder. Wir können uns nicht täuschen: An der gegenseitigen Liebe und insbesondere an der Sorge für die Bedürftigen erkennt man uns als wahre Jünger Christi. Dies ist das Kriterium, auf Grund dessen die Echtheit unserer Eucharistiefeiern überprüft wird.“
(#28)  

Als Akt unserer Solidarität und als Zeichen unserer persönlichen Verpflichtung, gegen Armut anzugehen, laden wir Sie ein, sich am weltweiten Gebets- und Fasttag am 1. Juli zu beteiligen. Gebet und Fasten gehören seit jeher zu unserer Kirche, wenn es darum geht, Übel zu bekämpfen und Gutes zu bewirken. Diese symbolische Geste ist für uns die angemessene Weise, uns am Weltweiten Aufruf zu beteiligen.
 

Außerdem bitten wir Sie alle


o      
den Weltweiten Aufruf zur Aktion gegen Armut und die Millenniums-Kampagne zu unterstützen,
o       das Apostolische Schreiben Mane Nobiscum Domine zu lesen, zu reflektieren und danach zu handeln,
o      
am 1. Juli ein Weißes Band zu tragen zur Bekundung Ihrer Solidarität mit denen, die verarmt sind, und mit denen, die sich einsetzen, dass Armut Vergangenheit wird.  

Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns wissen ließen, ob Sie mit uns an 1. Juli mitmachen. Bitte teilen Sie uns Ihre Initiativen und konkreten Anstrengungen mit in Unterstützung der Kampagne „Weißes Band“.
 

Gott segne Sie in Ihren Bemühungen, „sich zum Förderer von Gemeinschaft, Frieden und Solidarität zu machen, und zwar in allen Lebensumständen“
(Mane Nobiscum Domine, #27).